Poetry Slam Workshop
(2 mal 4 Stunden)
Im Folgenden findet sich eine kurze beispielhafte Beschreibung dessen, was in einem 2 mal 4
Stunden dauernden Workshop gemacht werden kann.
Nach einer Vorab-Präsentation eines Poesie-Videos, das die Aufmerksamkeit der Teilnehmer erregen soll und zugleich aufzeigt, in welche Richtung Slam Poetry gehen kann, beginnt die Vorstellungsrunde.
Um eine lockere und kreative Umgebung zu schaffen, stellen sich die Teilnehmer einzeln vor, nachdem dies die Leiter getan haben. Sie erhalten dabei auch die Möglichkeit, zu schildern, was sie bewegt hat, an dem Workshop teilzunehmen und/oder was sie sich davon erwarten.
Im Anschluss stellen die Leiter einen Text von sich selbst vor, um einerseits einen weiteren Einblick in die Bandbreite möglicher Texte zu geben und andererseits mögliche Hemmschwellen der Teilnehmer abzubauen.
Danach schildern die Leiter knapp, was im weiteren Verlauf des Workshops zu erwarten ist, bevor sie eine Einführung darin geben, was Poetry Slam ist. Während sie dies erklären, geben sie einige Slam-Medien zur Ansicht herum (Bücher, CDs, DVDs).
Es folgt die Erläuterung der diversen literarischen Unterarten, die bei Poetry Slams zum Einsatz
kommen, z.B. Comedy, Lyrik, Rappoetry, Storytelling und Social Beat und Mischformen aus diesen Kategorien. Die bisher gehörten Texte und optional noch weitere Texte werden durch die Teilnehmer in diese Kategorien eingeordnet.
Anschließend wir die Frage untersucht, was Slam Poetry Texte von „normaler“ Literatur unterscheidet. Zu nennen wären Performance, Vortragsweise, Textaufbau, Gesten, Themen (Alltagsthemen, „junge“ Themen), Umsetzung, Textidee, akustische und optische Dimension etc. Grob unterteilen lassen sich diese Punkte in Performance und Text-Kriterien.
Somit wird die Grundfrage der Textarbeit im Workshop sein: Wie komme ich vom Thema zu
einer Textidee und von dort zu einer Umsetzung?
Nach dieser theoretischen Vorarbeit geht es an die kreative Arbeit. Erste assoziative
Schreibübungen schaffen dabei eine lockere Atmosphäre und bilden die Grundlage für die
spätere Arbeit an eigenen Texten. Durch gegenseitiges Vorlesen der Ergebnisse öffnen sich die Teilnehmer füreinander und lernen sich besser kennen.
Die Themenfindung für einen eigenen Text stellt die Teilnehmer nun vor die Frage, wie man auf Textideen kommt. Anhand der gesammelten Texte und der gesehenen Medien werden mögliche Themenfelder abgesteckt.
Dabei wird sich zeigen, dass die Themen der Texte meist z.B. aus Alltag, Liebe, sozialem Umfeld, Nachrichten, Disko, Kino und Fernsehn berichten, also aus thematisch nahe am Lebensumfeld der Teilnehmer liegenden Bereichen.
Weiterhin wird zu klären sein, welche literarischen Stilmittel zum Einsatz kommen können. Neben „klassischen“ Stilmitteln wie Alliteration, Reim, Versmaß/Rhytmus, Metaphern und Oxymoron kommen auch Slam-typische Stilmittel zur Sprache.
Mit all diesen Informationen im Hinterkopf beginnen die Teilnehmer nun, sich an die Themenfindung für einen eigenen Slam-Text zu machen. Dabei werden sie gezielt dazu aufgefordert, sich an den erarbeiteten Slam-Themen, den literarischen Kategorien und den
typischen Stilmitteln zu orientieren.
Mit der Unterstützung der Leiter schreiben die Teilnehmer nun in Einzelarbeit eigene Texte, die natürlich nicht allzu umfangreich sein sollen. Teile dieser Arbeitsphase können auch sehr gut als „Hausaufgabe“ von den Teilnehmern alleine gemacht werden.
Bevor im Anschluss die eigenen Texte vorgetragen werden, machen die Teilnehmer noch eine Reihe von Übungen, um sich zu lockern, die Scheu vor der Bühne zu verlieren und um sich auf den Vortrag vorzubereiten. Diese Übungen stammen teils aus dem Bereich des
Improviationstheaters, aber auch speziell auf die Vortragssituation beim Poetry Slam zugeschnittene Übungen helfen den Teilnehmern, sich vorzubereiten.
Die Gruppe wird dabei aufgefordert, die Vortragenden zu unterstützen und es wird versucht
eine Gruppendynamik zu erzeugen, die es den Einzelnen ermöglicht, möglichst alle Scheu vor
dem Vortrag zu verlieren und sich selbstsicher zu präsentieren. Für den späteren Vortrag ist dies
sogar noch wichtiger, als die Perfomance des Textes, die aus dem Einsatz alle Facetten der Stimme, aus Gesten, Mimik, Blickkontakt mit dem Publikum, aber auch aus dramatischen Pausen und Tempowechseln bestehen kann.
Nachdem jeder vorgetragen hat, wird in der Gruppe besprochen, was gut war und wo noch Verbesserungspotential besteht. Auch hier sollte eine konstruktive Atmosphäre herrschen. Der Wettbewerb, der essentieller Teil von Poetry Slams ist, sollte nicht als Konkurrenzdruck empfunden werden, sondern als zusätzlicher Spaßfaktor. Gegebenenfalls kann man nach dieser Kritikrunde noch eine zweite Vortragsrunde einlegen.
Am Ende des Workshops haben die Teilnehmer mindestens einen selbst verfassten Text und
viele neue Erkenntnisse über Poetry Slam gewonnen. Sie kennen nun auch viele Wege, Lampenfieber abzubauen und selbstsicher vor Menschen zu sprechen. Und wenn sie möchten, können sie ihre Texte auf einem Poetry Slam öffentlich vorstellen.
Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Workshop-Varianten, die durch Sprechzimmer e.V. organisiert werden.
Neben einzelnen Stunden oder Doppelstunden, in denen wir eine Einführung in das Thema Poetry Slam anbieten, sind mehrwöchige Unterrichtsbegleitende Workshops, oder Projektwochen mit Unterbringung der Teilnehmer in einer Jugendherberge möglich.
Wir organisieren auch Schulformübergreifende Workshop-Projekte, die unter zu Hilfenahme
von bis zu 10 Dozenten durchgeführt werden. Dabei sind wir grundsätzlich offen und passen uns auch individuellen Vorstellungen an. Was möglich ist, können sie direkt bei uns erfahren.
Im Anschluss an Workshop-Projekte werden von uns auch öffentliche U20-Slams organisiert, auf denen die Teilnehmer ihre Texte präsentieren können und z.B. unter sich den Stadtmeister im U20-Slam ausmachen. Dieser kann sich dadurch qualifizieren, an den jährlichen deutschsprachigen Meisterschaften im U20-Slam teilzunehmen. Diese finden 2007 in Berlin,
2008 in Zürich und 2009 vorrausichtlich in Düsseldorf statt.
Darüber hinaus organisieren wir natürlich auch andere Lesungen zu allen denkbaren Anlässen und planen und moderieren Literatur-Veranstaltungen.
Unter den unten angegebenen Kontaktmöglichkeiten erreichen sie uns jederzeit. Wir stehen für ihre Fragen gerne zur Verfügung und freuen uns darauf, mit ihnen zusammen zu arbeiten.